Leeward Islands

Saint Lucia - Martinique - Dominica - Guadeloupe - Antigua

 

Seitdem wir Saint Lucia den Rücken gekehrt haben, hat sich für uns eine entscheidende Sache verändert: der Windeinfallswinkel! Wir müssen nicht mehr so hoch am Wind segeln, sondern können in der Regel mit entspanntem halben Wind segeln. Zudem hat die Windgeschwindigkeit etwas abgenommen, sodass wir mit vollen Segeln dahinrauschen. Das schlägt sich natürlich in der Durchschnittsspeed nieder. Seit Saint Lucia liegt diese zwischen 7 – 7,5 Knoten. Das ist entspannte pure Rauschefahrt! 

Unser erster Trip ging nach Fort des France (Martinique). Wir sind bei tollem Wetter und noch besserem Wind gesegelt. Angekommen sahen wir auch schon wieder die ersten Bekannten. Dorado lag im Ankerfeld neben uns und wir hatten einen netten Abend zusammen.

 

Am nächsten Morgen konnten wir uns schließlich nicht länger zurückhalten und sind in das Einkaufszentrum von Fort des France gezogen und haben herrliche Baguettes mit Schinken gegessen. Endlich wieder Aufschnitt!!! Direkt nebenan wurde nach der ersten Stärkung der Carrefour gestürmt. Haufenweise Aufschnitt, Käse, Würste und Brote wurden gekauft. Wir haben uns wirklich abgeschleppt. Glücklich ging es in einen weiteren Supermarkt wo endlich wieder Wasser mit Kohlensäure gekauft wurde! Man kann es glauben oder nicht, aber bis dahin hatten wir kaum Aufschnitt, Würste, Fleisch und Wasser mit Kohlensäure gehabt, seitdem wir Europa verlassen haben! Da wir aber jetzt in „Europa“ waren, stand uns das Sortiment wieder offen! Die nächsten Tage waren Fleischtage! Schnitzel, Bratwurst, Schinken, etc.

 

Nach einer weiteren Nacht haben wir Martinique wieder verlassen und sind weiter nach Dominica gesegelt. Nach einem tollen Segeltag haben wir in Roseau an einer Mooring festgemacht. Dominica ist bekannt für seine wilde Natur und tolle Wanderstrecken. Daher haben wir uns nicht lumpen lassen und sind am nächsten Tag, nachdem wir bei den Costums eingecheckt hatten gleich losgezogen. Taxifahrer Petersen fuhr uns quer durch den Regenwald bis zu einer berüchtigten Wanderstrecke zum Buri Lake. Es wurden uns für den Weg große Spinnen, sowie Schlangen (Boa Constructa), Papageien und viele weitere Tiere versprochen. Das Versprechen wurde lediglich von vielen Vögeln gehalten, die wir aber nicht sahen, sondern nur hörten. Also zogen Louisa und Felix durch den Regenwald, der auch zu einem echten Regenwald wurde. Da Dominica eine Vulkaninseln ist, sprudelt überall warmes bis heißes Wasser aus der Erde. Das Wasser verdunstet und man steht eigentlich dauerhaft in einem etwas schwefeligen Nebel. Nach einer knappen Stunde ohne jemanden zu sehen kamen wir zu dem besagten See. Eine urige Stimmung war dort. Wir hatten eine kleine Brotzeit mit und genossen die Ruhe. Lange hatten wir nicht, denn bald machte der Regenwald seinem Namen alle Ehre und es fing an zu schütten wie aus Eimern! Also zurück Marsch Marsch! Am Ende des Weges empfing uns Petersen wieder.

Mit Petersen haben wir wieder ein sehr „karibisches“ Erlebnis gehabt. Wir haben an vielen Bäumen und Sträuchern gehalten und uns wurde erklärt um was es sich handelt. Irgendwann kamen wir an einen Grapefruitbaum. Die sahen so toll aus, dass wir fragten ob wir welche haben könnten, in der Annahme dass wir etwas zahlen müssen. Neben dem Baum stand auch gleich eine Frau die Petersen fragte, ob wir ein paar Grapefruits nehmen könnten. Sie: „Ja klar. Nehmt was ihr wollt.“ Sie wollte aber kein Geld. OK. Also kletterte Petersen in den Baum und brachte uns 4 Grapefruit (die übrigens sagenhaft lecker waren). Auf dem Weg ins Auto fragte er noch kurz die Frau, ob das ihr Baum sei. Die Frau sagte nur: „Nö. Weiß nicht wem der hier gehört!“ Also hatten wir wohl mal ein paar Grapefruits geklaut…naja…war wohl nicht sooo schlimm. Wir hatten ja die Genehmigung von einer Frau, die nicht wusste wem der Baum gehört! 

 

Weiter ging es in den Botanischen Garten und zu einer Schule, vor der ein alter Schulbus steht der von einem etwas größerem Baum während eines Hurrikans „erschlagen“ worden ist. Glücklicherweise war damals keiner im Bus und niemand wurde verletzt.

 

Am nächsten Tag mussten wir schon weiter im Text. Also Segel hoch und ab zu den Iles des Saints. Das sind ein paar kleine Inseln südlich von Guadeloupe. Hier trafen wir ein nettes älteres amerikanisches Ehepaar (Tom und Lilly). Sie fragten uns gleich, ob wir am nächsten Morgen mit ihnen und ihrem Freund David eine kleine Wanderung bis zu einem Aussichtsturm unternehmen wollten. Wir ahnten nichts Böses und stimmten sofort zu. Schon nach kurzem bemerkten wir, dass unser gemütlicher Sonntagsausflug für uns sportliche Züge annahm. Erst als Louisa nun wirklich eine Pause brauchte, verrieten sie uns, dass wir es hier mit einem ehemaligem Navi-Offizier und der ersten professionellen weiblichen Triathletin der USA zu tun hatten. Der versprochene Ausflug war sehr sehr schön und wir sind froh die beiden kennengelernt zu haben!

 

Den zweiten Tag waren wir dann im Ort ein wenig bummeln und haben ein französisches Fort auf dem zweiten Berg der Insel „erklommen“!

Nach einem leider viel zu kurzem Aufenthalt lag Kurs Richtung Guadeloupe (Bucht Deshais) an. Hier freuten wir uns auf ein Wiedersehen mit unseren schwedischen Freunden von Ninita. Nachdem Nina noch einen kurzen Besuch beim Arzt absolvieren musste haben wir einen kleinen Sparziergang durchs Dorf gemacht und den restlichen Tag an einem tollen Strand verbracht! Sogar eine selbstgepflückte Kokosnuss wurde fachmännisch mit einer Machete geöffnet! Abends wurde endlich mal wieder der Grill ausgepackt. Es war mal wieder „Build a Burger Day on Pinta“. Sagenhaft!

 

Seit zwei Tagen sind wir nun in der Falmouth Bay in Antigua und liegen direkt neben unseren anderen schwedischen Freunden von Vinda.

Und jetzt kommts: Wir sind sicher, dass uns jetzt einige für völlig bescheuert erklären werden! Wir werden es aber trotzdem ehrlich offenbaren: Wir sind jetzt Mitglieder im Antigua Yacht Club. Durch diese Mitgliedschaft können wir den ganzen Tag, so lange wir wollen, die Segelboote vom Club umsonst ausleihen. Da wir ja vor Anker nicht segeln können, haben wir also nichts Besseres zu tun, als tagsüber mit Lasern und Laser Picos um Pinta und Vinda zu flitzen. Mit den kippeligen Dingern wird selbstverständlich auch in regelmäßigen Abständen mal gekentert. Felix hat es sich natürlich nicht nehmen lassen und gleich mal an der Laser-Trainings-Clubregatta teilgenommen. Entgegen seiner eigenen Erwartungen wurde er nicht ganz in Grund und Boden gesegelt, sondern schlug sich eigentlich immer im Mittelfeld herum. Dienstag ist der nächste Regattatermin und Ellinor, Louisa, Jonas und Felix trainieren jetzt täglich mehrere Stunden! Jetzt ist es raus! 


Hier werden wir jetzt noch einige Tage bleiben und uns auf unsere Regattatage vorbereiten bevor wir weitersegeln werden…dann aber wieder nur mit Pinta!